#notentwaste – zweites Leben für Dein Zelt

Wir alle teilen die Liebe zu Musikfestivals, aber es gibt ein Problem.

Die Auswirkungen eines Wochenendes der Sorglosigkeit bei einem Musikfestival werden regel-mässig sichtbar, wenn sich die Menschenmassen schliesslich auflösen, um eine riesige Ödnis von ausrangierten Festzelten zu enthüllen, die über die einst unberührte Umgebung verstreut sind.

Während der Sommermonate in der Schweiz sind Musikfestivals ein herausragendes Merkmal der Kulturlandschaft. Mit Festivals auf dem Höhepunkt ihrer Popularität ist das Phänomen der Massen von verlassenen Zelten ein wachsendes Umweltproblem geworden.

Die „Wegwerfkultur“, die diese Veranstaltungen umgibt, hat sich für Festivalveranstalter und Umweltgruppen als wachsendes Problem erwiesen – ein massives Problem, das von der Musik übertönt zu werden scheint.

 

Warum gibt es dieses Problem?

 Es fehlt die Verbindung zwischen dem Festivalgast und dem Zelt selbst. Zwei-Personen-Zelte sind heute für nur CHF 15 erhältlich, so dass Camper den Wert nicht erkennen, wenn sie sich die Mühe machen, ein Zelt zu reinigen, abzubauen und wieder zu verpacken. Die mühselige und kostspielige Lösung für die Organisatoren des Festivals ist es, sie zu entsorgen, obwohl sie für jede Tonne Abfall bezahlen müssen.

 

Idee

Wir wollen zwei zu vermeidende Dinge gleichzeitig beheben:

  • Zelt-Abfallberg an Festivals
  • Obdachlose geflüchtete Menschen in Not

 

Ausgangslage

  • Über 3000 Menschen in Not mussten den Winter 2017/2018 in Paris unter menschen-unwürdigen Bedingungen überleben
  • Bisher haben wir Zelte in der UK besorgt, nach Calais liefern lassen, dort abgeholt und in Paris verteilt
  • Die Polizei räumt die Standorte immer wieder, wo die Menschen in Not nächtigen
  • Viele Zelte konnten gerettet werden, indem man diese bei der Räumung vor der Polizei gesichert hat. Anschliessend wurden diese gereinigt und wieder verteilt
  • Es hat jedoch stets zu wenig Zelte für alle neuankommenden Menschen
  • Spendengelder sind aufgrund der bereits langanhaltenden Kriegssituation rückläufig
  • Tausende Gäste übernachten an Openair Festivals in 2 Personen Zelten
  • Die Gäste lassen die Zelte oft zurück, obwohl diese noch funktionsfähig sind
  • Das Abfallproblem kostet die Openair Festivals eine Unmenge an Geld
  • Das Bewusstsein bei den Gästen für Waste lässt zu wünschen übrig
  • Mit der No-Tent-Waste Bewegung kann verschiedenen Aspekten entgegengewirkt werden. —> Abfall, Sensibilisierung, Kosten, Bewusstsein

 

Zielgruppe 

  • Gäste der bekannten Schweizer Openair Festivals 2018
  • Mitglieder der Facebook Gruppe #notentwaste (Festival Zelte für Menschen in Not)

 

 Erster Einsatz am Openair Gampel 2018

Am Openair Gampel 2018 haben wir gemeinsam das Konzept #notentwaste ein erstes Mal eingesetzt bzw. getestet.

Der Erfolg spricht für sich. Zuerst skeptisch, dann schlussendlich alle zufrieden.

Wir konnten mithilfe der Besucherinnen und Besucher folgendes Material sammeln:

  • 250 Zelte
  • 100 Isoliermatten
  • 80 Schlafsäcke
  • 850 Abdeckplanen der Pavillons
  • Und weiteres Material

Zum Teil waren wir erschrocken, wie mit der Ware umgegangen wurde. Neues Material wird einfach liegengelassen. Ohne jeglichen Bezug dazu.

Wir werden nun die ersten Erfahrungen austauschen, und dann entscheiden wie es weitergehen wird. 2019 kann ein spannendes Jahr für #notentwaste werden.

Gurtenfestival und Greenfield haben ihr Interesse bekundet. Das Openair Gampel will #notentwaste fix ins Programm aufnehmen.